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Anwärter für Freiwilligen Polizeidienst lernen Selbstverteidigung

"Polizeidienst", schallt es durch den Raum. Ein energisches "Bleiben Sie stehen!", schließt sich an, gefolgt von einem mittellauten Knall: Per Handballenstoß ist der Angreifer abgewehrt. Zum Glück ist der Aggressor diesmal ein Polizeieinsatztrainer, der mit den Freiwilligen Selbstverteidigung trainiert.

Bevor es in die "Hall of pain" geht, thematisiert Polizeieinsatztrainer mit den Anwärtern rechtliche Grundlagen. Eine Frage aus dem Teilnehmerkreis: Darf ich Zwangsmittel wie zum Beispiel den Einsatz von Pfefferspray anwenden? Polizeieinsatztrainer verweist auf den so genannten "Sofortvollzug bei zeitlicher Dringlichkeit" gemäß Hessischem Sicherheits- und Ordnungsgesetz. Dies gelte sicher nicht, wenn sich ein Angreifer mit erhobenem Maßkrug aus drei Metern Entfernung nähere, denn dann gebe es andere Möglichkeiten. Bei einer unmittelbaren und direkten Gefährdung sei der Einsatz jedoch erlaubt. Aber: "Für ein einfaches Stopp oder ein Nein ist immer Zeit", sagt der Einsatztrainer, der mit den künftigen freiwilligen Polizeidienstlern intensiv den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit erörtert.

Mit Pfefferspray

In wirklicher Not sei zur Verteidigung alles gestattet, jedoch müsse jede Situation im Einzelfall entschieden werden. Auch könne der Einsatz des Pfeffersprays, den die Teilnehmer nun ebenfalls intensiv trainiert haben, die bessere Wahl sein. Das Naturprodukt verliere nämlich 90 Minuten nach dem Einsatz seine Wirkung, während eine unmittelbar körperliche Abwehr schwere Schäden für Verteidiger und Angreifer bedeuten kann.
Als geeignetere Alternative zum Pfefferspray vermittelt Polizeieinsatztrainer den Freiwilligen den Handballenstoß im Brustbereich. "Das ist eine Art Boxen mit offener Hand", erläutert der Trainer und rät davon ab, die Faust zu nutzen. Denn damit gehe nicht nur das Risiko von Verletzungen, sondern auch von Infektionskrankheiten einher. Auf die Faust zu verzichten, diene also auch zum Eigenschutz der Verteidiger.

Im Sinne der Verhältnismäßigkeit könne es wiederum mit dem Handballenstoß gelingen, einen Angreifer auf Distanz zu halten, ohne ihn zu verletzen. "Wir wollen schließlich niemanden besiegen". Vielmehr sollen die Teilnehmer für mögliche Gefahren sensibilisiert werden.
Bildquelle: Giessener Anzeiger

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