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Amtsmissbrauch - das darf nicht passieren!

Da unsere Körperschaft unparteiisch ( neutral ) ist, berichten wir auch über negative Vorfälle beim Freiwilligen Polizeidienst.
Das ist beschämend für den Rest der Truppe, aber echte Ausnahmefälle, wenn man bedenkt das ca.: 700 freiwillige ihren Dienst korrekt verrichten.

Freiwilliger Polizeidienst. Rabiate Polizeihelfer müssen vor Gericht 22. Oktober 2012 Hände an die Wand, Füße auseinander - die Hilfspolizisten waren in Nieder-Eschbach nicht zimperlich.

In Frankfurt stehen drei Polizeihelfer vor Gericht, weil sie bei einer Kontrolle rechtswidrig Jugendliche gefilzt haben. Am Ende stellen die Richter das Verfahren ein - gegen eine empfindliche Auflage.

Man kann es aber auch übertreiben. Am 14. Oktober 2009 machten die drei, die gemeinsam mit ihrem damals 19 Jahre alten Kollegen Erhan A. an der U-Bahnstation Nieder-Eschbach Streife gingen, eine unerhörte Beobachtung: Etwa ein halbes Dutzend Jugendliche mit Migrationshintergrund überquerten verbotswidrig die Gleise. In den Augen der Polizeihelfer „ein schweres Delikt“.

Der Fund: Zwölf Tafeln Schokolade

Was dann folgte, kennt man von Razzien der Vollzugspolizei: Hände an die Wand, Füße auseinander, Tascheninhalt auf den Boden. Vor allem Erhan H. machte sich dicke, half mit den Füßen nach, wenn die Jugendlichen nicht wunschgemäß „den Adler machten“, drohte damit, sie mit auf die Wache zu nehmen. Bewaffnet mit Pfefferspray und Handschellen blickte Erhan A. auf das, was die Kontrolle zu Tage gebracht hatte: zwölf Tafeln Schokolade unbekannter Herkunft und Geschmacksrichtung. Den Platzverweis gab es trotzdem, wegen Gleisüberquerung. Und ein juristisches Nachspiel. Allerdings nicht für die Jugendlichen.

Derzeit laufen rund 90 Ehrenamtliche regelmäßig Streife. Die Polizei spricht von einem Erfolgsmodell. Lediglich in Einzelfällen gebe es Probleme.

Die drei Hilfspolizisten haben eindeutig ihre Kompetenzen überschritten und müssen sich wegen Nötigung u.a. vor dem Amtsgericht verantworten. Das Verfahren gegen den damals Heranwachsenden Erhan A. wurde vom Jugendschöffengericht eingestellt.

„Ich habe keine Profilneurose oder sowas“ sagt Erhan A., mittlerweile juristisch erwachsen, Student und nebenbei „Zugführer im Katastrophenschutz, Zugführer im Sanitätszug und Abschnittsleiter in der Commerzbank-Arena“. Und bis vor kurzem noch im Freiwilligen Polizeidienst, wo er wohl zumindest eine Art Streifen-Führer war.

Die Kontrollierten erscheinen nicht

Angezeigt wurden Erhan A. und die Kollegen übrigens nicht von den kontrollierten Jugendlichen. Sondern von der Polizei – nachdem eine andere Streife von Polizeihelfern, angeführt von Dennis P., ihr Treiben an der U-Bahnstation beobachtet und auf dem 15. Revier gemeldet hatte. Dennis P. und Erhan A. leben in Fehde, seit Dennis P. Erhan A.s Bruder mal aus dem Jobcenter geschmissen hatte, wo dieser sich ungebührlich aufführte, und dabei am Arm packte. „Das darf der nicht“, sagt Erhan A. im Zeugenstand.

Das Verfahren gegen die drei Polizeihelfer wird eingestellt: Weder die Kontrollierten noch Polizeihelfer Dennis P., der mittlerweile angeblich auf Mallorca für Recht und Ordnung sorgen soll, sind als Zeugen erschienen – gegen sie wird ein Ordnungsgeld von je 150 Euro verhängt. Peter K., Joachim H. und Rico M. müssen Geldauflagen zwischen 400 und 700 Euro zahlen, was in etwa ihrem halben Monatsverdienst entspricht. Am fürchterlichsten gestraft ist Erhan A.: Wegen der Sache, die ihn „mittlerweile total ankotzt“, habe er damals sein Jahrespraktikum im Polizeipräsidium vorzeitig beenden müssen.



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